Exkursion Brocken vom 12. bis 14.02.2010
Text+Fotos: Sebastian Sczepanski
Einmal Brocken und zurück…
Von der Aussicht einer einzigartigen Winterlandschaft ließ sich unsere GDT-Regionalgruppe am Freitag, den 12. Februar 2010, nach Schierke an den Fuß des Brockens locken. Die Aussicht motivierte, so dass wir uns, mit Fotoausrüstung und mehreren Schichten Kleidung ausgestattet, in Kleingruppen von Berlin, Potsdam und Magdeburg aus in den winterlichen Harz aufmachten.
Foto: Sebastian Sczepanski
Während die ersten GDTler bereits gegen Mittag vor Ort die Umgebung erkundeten, gehörte ich mit Melanie, Katja und Micha zu einer der Gruppen, die erst nach Sonnenuntergang und einer schneereichen und rutschigen Fahrt an der Jugendherberge ankamen. Am ersten Abend stand vor allem das Wiedersehen an oberster Stelle und wir konnten in unserem Gruppenraum schöne Bilder von Helgoland, dem Hainich und von der Havel anschauen.
Foto: Sebastian Sczepanski
Eine dichte Wolkendecke vereitelte am nächsten Morgen unser eigentliches Ziel, den Sonnenaufgang vom Brocken aus fotografieren zu können, so dass wir erst drei Stunden später als geplant um 8:30 Uhr den Aufstieg wagten. War die Brockenstraße zum Gipfel am Freitag für Wanderer gesperrt, konnte uns unsere Nationalpark-Rangerin heute erfreulicherweise Entwarnung geben und einem elf Kilometer langen Aufstieg mit 600 zu überwindenden Höhenmetern stand außer unserer Ausdauer nichts mehr im Weg. Dabei vertrauten die meisten von uns die Kameraausrüstung ihrem Rücken an. Nur Martin spannte seinen Rucksack entspannt auf einen Schlitten, den er schließlich hinter sich her gen Gipfel zog. Er spekulierte wohl auf schöne Gefälle beim späteren Abstieg vom Gipfel.
Foto: Sebastian Sczepanski
Bereits nach wenigen hundert Metern packten die Ersten ihre Kameras aus, denn Schnee in den Fichtenforsten unten am Wegrand oder der erste Bachlauf luden auf eine Suche nach dem richtigen Ausschnitt ein. So kam es, wie es immer kommt: Die Gruppe zerstreute sich. Während am hinteren Ende noch fleißig fotografiert wurde, näherten sich die Vorderen immer weiter dem Gipfel. Mit zunehmender Höhe verwandelte sich dabei der Wald allmählich in eine Märchenlandschaft aus Fichten, abgestorbenen Bäumen und sehr viel unberührten Schnee. Und am Gipfel sollten sie schließlich stehen: die krüppeligen Fichten, die das ganze Jahr den widrigen Wetterbedingungen in unwirtlicher Höhe trotzen. Besonders jetzt im Winter sind sie voller Schnee und bilden die merkwürdigsten Gestalten. Wir sahen sie jedoch fast nur im dichten Nebel; schemenhaft erschienen sie am Rande des Weges. Es lohnte sich einfach nicht, die Kamera rauszuholen.
So kam es, dass Einige von uns nach der kurzen Rast bei Kaffee, Tee, Apfelstrudel und heißen Würstchen in der Brockenstube bereits den Abstieg in Angriff nahmen, um im lichten Wald unterhalb des Gipfels auf Motivsuche zu gehen. Einmal dem Fotowahn verfallen, verging die Zeit schnell und so fand ich mich schließlich allein auf halber Strecke nach unten wieder. Die Sonne war gerade untergegangen und meine kleine Gruppe mit Armin, Klemens und Florian hatte sich scheinbar in Luft aufgelöst. Da die Brockenstraße aber der einzige geräumte Weg war, war ein Verlaufen unmöglich. Es war menschenleer und der Wald lag in ein wunderschönes, blaues Licht getaucht da. Ein traumhaftes Erlebnis.
So menschenleer wie es eine Zeit lang schien, war es aber doch nicht: Am Horizont erschien plötzlich ein Schlitten. Es war Martin, der jedes Gefälle mit dem von mir auf dem Aufstieg noch belächelten Schlitten nutzte. Wir legten die letzten sechs Kilometer gemeinsam zurück und wanderten durch die einbrechende Dunkelheit durch eine scheinbar unberührte Naturlandschaft nach Schierke hinunter, wo wir gegen 19:30 Uhr ankamen.
Nach einer Stärkung fanden wir uns wie am Vorabend zum Bilderschauen im Gruppenraum zusammen, wobei diesmal natürlich die fotografischen Ergebnisse des heutigen Tages auf dem Programm standen.
Foto: Sebastian Sczepanski
Am folgenden Tag sahen wir sie dann das erste Mal: die Sonne. Und wieder warf sie unsere Pläne durcheinander, diesmal jedoch durch ihre Anwesenheit. Nachdem eigentlich das Ilsetal Ziel unserer heutigen Tour sein sollte, entschied sich der Großteil der Gruppe angesichts des blauen Himmels spontan dazu, abermals den Brocken zu erklimmen. Wobei sich nur die wenigsten zutrauten, den Berg ein weiteres Mal zu Fuß zu bezwingen und lieber mit der nostalgischen Brockenbahn hinauf fuhren. Oben angekommen hatte es zwar wieder etwas zugezogen, dennoch herrschte ein ganz anderes Fotolicht als am Tag zuvor, so dass wir es nicht bereuten, ein weiteres Mal hier oben zu sein.
Wieder daheim, waren sich alle einig: Dies war nicht die letzte Harztour in diesem Jahr. Die ersten Planungen für den Frühsommer sind schon in Angriff genommen. Der Nationalpark hat uns alle in seinen Bann gezogen.
Sebastian Sczepanski
Impressionen gibt es hier:
http://www.micha-dieke.de/_temp/harz_gdt/
Text+Fotos: Klemens Karkow
Geister auf dem Hexenberg
Berlin lag seit Wochen unter einem dicken Eispanzer begraben. Die Sonne hat sich in dieser Zeit nur einmal kurz gezeigt. Man ist froh, die Zeit bisher ohne Knochenbrüche überstanden zu haben. Nichts wünscht sich der begeisterte Hobby-GDTler mehr, als den Frühling. Doch es gibt einen Lichtblick am Naturfotografenhimmel: Die seit langem geplante Harzexkursion der Berlin-Brandenburger Regionalgruppe.
Foto: Klemens Karkow
Der Wetterbericht verheißt nichts gutes, jedenfalls wird dringend von Autofahrten abgeraten. Wir prüfen, ob die Schneeketten im Auto sind, packen genügend Vorräte ein und erreichen nach einer streckenweise etwas abenteuerlichen Fahrt das tief verschneite Schierke am Fuße des Brockens. Unsere Schneeketten kommen zum Glück erst auf dem Parkplatz zum Einsatz, als nichts mehr vor und zurück geht. Dann zieht es uns sofort nach draußen, um die ersten Eindrücke vom winterlichen Fichtenforst zu sammeln. Doch das Licht schwindet schnell und so bleibt neben den ersten Aufwärmübungen mit der durchs lange liegen schon etwas verstaubten Kamera vor allem die Freude auf die kommenden beiden Tage.
Foto: Klemens Karkow
Da kein Sonnenaufgang auf dem Brocken zu erwarten ist, beginnen wir am Samstag ganz gemütlich nach dem Frühstück den Aufstieg zum höchsten Berg Norddeutschlands. Kaum haben wir Schierke auf der frisch geräumten Brockenstraße verlassen, finden wir Großstädter uns in einer schier unglaublichen Vielfalt an Motiven wieder. Die Ersten verlieren schon den Anschluß an die Gruppe, die hier noch recht Zielstrebig Richtung Gipfel unterwegs ist. Je höher wir kommen, desto interessanter werden die Motive, denn der Wald wird lichter und die Bäume immer kleiner.
Foto: Klemens Karkow
Im dichten Nebel erreichen wir schließlich den Gipfel. Gespenstisch wirken die völlig mit Schnee überzogenen Bäume. Die Phantasie dichtet die verschiedensten Tiergestalten in die Schneeskulpturen. Die Zeit vergeht wie im Flug, doch irgendwann meldet sich dann unerbittlich die Kälte in den Knochen. Welch ein Luxus, mal eben zum Aufwärmen die Brockengastronomie nutzen zu können. Und nach einer wunderbaren Pause finden wir uns draußen sofort wieder mitten in der Motiv-Vielfalt. Kein Wunder, das wir viel zu früh von der Dunkelheit eingeholt werden und noch lange bis zur Jugendherberge laufen müssen.
Foto: Klemens Karkow
Der nächste Morgen überrascht uns mit blauem Himmel und Sonnenschein, tja – den Sonnenaufgang haben wir wohl verpasst. Wir werfen unsere Tagespläne um und es zieht uns ein weiteres Mal auf den Gipfel – mit der Hoffnung auf neue Lichtstimmungen. Oben angekommen (diesmal mit der Brockenbahn, denn Beine und Füße waren vom Vortag noch sehr müde) finden wir uns jedoch im dichten Nebel wieder. Das Wetter wechselt schnell auf dem Gipfel. Letztendlich reißt der Nebel aber immer wieder auf und selbst die Sonne zeigt sich kurz und erlaubt ein paar völlig neue Sichtweisen auf die Brockengeister. Am Ende des Tages sitzen wir dann in der Abenddämmerung wieder in der Brockenbahn. Begeistert von den Eindrücken der letzten Tage schmieden wir bereits die Pläne für die nächste GDT-Exkursion.
Foto: Klemens Karkow
Klemens Karkow