Exkursion ins Schlaubetal vom 04. bis 06.09.2009



An diesem Wochenende reisten aus Berlin, Brandenburg und sogar aus Mecklenburg-Vorpommern Sandra Bartocha, Marc Hesse, Claudia Müller, Bernd Walz, Melanie Möller, Martin Mildenberger mit seiner Familie, Phillip Kossmann, Ralph Gräf, Volker Herrmann, Birgit Franzbach mit Clara, Ralf Stein, Michael Dieke, Sebastian Sczepanski, Lutz Basch und Gattin sowie Armin Preussler mit Familie an, die meisten bereits am Freitag; Siegfried Baesler kam extra noch am Samstag für einen Tag. Sandra hatte in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle ein eigenes Haus für uns reservieren lassen, in dem wir viel Platz hatten und kommod untergebracht waren. Nach einem stärkenden Abendessen (ja, natürlich mit Hagebuttentee) ging es am Freitag noch zum ersten Erkunden hinaus. Einige fuhren an den Wirchensee, andere liefen ins dunkler werdende Schlaubetal hinein, das von der Brehmsdorfer Mühle an flussaufwärts gut begangen werden kann. Da das Wetter am ersten Abend noch gut und vor allem trocken war, kamen wir in die rechte Vorfreude auf die nächsten beiden Tage. Bis in die späte Nacht zeigten uns Sandra und Claudia ihre im Rahmen des Wild Wonders of Europe Project in den italienischen Nationalparks Pollino und Sibillini gewonnenen Eindrücke in bemerkenswerten Fotos. Bevor die letzten Müden ihr Haupt in die freilich erst zu bauenden Betten legen konnten, wurde die Parole ausgegeben, am nächsten Morgen um 05:00 Uhr aufzuwachen, nach dem Wetter zu sehen und aufzustehen, wenn dieses Gutes verheiße.

Diese Parole wurde nicht von Allen in die Tat umgesetzt, was vermutlich an der unterschiedlichen Sicht auf das Wetter lag. Immerhin schafften es Einige, in die in einer gut halbstündigen Fahrt zu erreichende Reichertskreuzer Heide zu gelangen, in der das Heidekraut in voller Blüte stand und aus der sich die Birken daher gut hervorhoben.
Foto: Sebastian Sczepanski
Dieses Naturschutzgebiet im Osten Brandenburgs wurde zwischen 1956 und 1991 von den sowjetischen Streitkräften als Schießplatz genutzt, weswegen man durchaus noch auf Munition treffen kann und das Wegegebot beachten sollte.
Foto: Sebastian Sczepanski
Michael Dieke hat in der benachbarten Lieberoser Heide zu Haufen zusammengetragene Blindgänger fotografiert, um die Vergangenheit dieser Heidelandschaften deutlich zu machen. Nach einem ausgiebigen Frühstück zogen wir dann zwar gemeinsam die Schlaube entlang, aber dann …
Foto: Armin Preussler
„Es war einmal in einem gar nicht fernen Land ein verwunschener Wald. Eines Tages fiel eine Horde verwegener Fotografen & Fotografinnen & Fotokinderlein ein und begann eine wagemutige Wanderung. Doch schon bald zeigte sich, dass die Zauberkraft des Waldes stärker war: bemühte sich die Gruppe zu Beginn noch eng zusammenzubleiben, um sich den magischen Kräften zu erwehren, so geschah es jedoch, dass die ersten weniger Widerstandsfähigen diesen erlagen. Der Erste wurde zu einem wunderschönen Pilz gelockt, den er gezwungen war zu fotografieren. Der Zweite konnte den Verlockungen eines geheimnisvollen Moosbettes nicht widerstehen und blieb hinter der vermeintlich sicheren Gruppe zurück.
Foto: Sebastian Sczepanski
Ein Dritter wurde magisch von einem toten Baum angelockt, gleich zwei arme Tropfe erlagen der Schönheit einer Bachwindung.
Foto: Sebastian Sczepanski
Ein Weiterer wurde die Böschung hinuntergesogen und ward gezwungen, den rauschenden Bach abzulichten. So wurde die Gruppe immer kleiner & schwächer und zitternd schritt man voran.

Wen würde es als nächsten treffen? Wer würde sich den Reizen des mysteriösen Bachtales nicht erwehren können?

Ihr ahnt es sicherlich bereits: am Ende waren tatsächlich alle tapferen Fotokrieger & Fotokriegerinnen & Fotokriegerkinderlein verschwunden, verführt von verzaubertem Spinnengetier, von den Vögeln des Waldes, von Flechten, Moosen, Blättern, Bäumen, Blümelein; und schließlich ward kein einziger mehr gesehen. Lediglich einer einzigen kleinen Fotografin gelang es, sich von der Verführungskunst eines Mistkäfers zu befreien und sich auf die Suche nach den verlorenen Kameraden zu machen. Sie kam zu einem umgestürzten Baum und aus diesem erklang eine gütige Stimme, die ihr verriet, dass sie all ihre abhanden gekommenen Seelenverwandten erlösen könne, wenn es ihr gelänge, den König des Waldes, den faszinierenden EISVOGEL, auf ihren Chip zu bannen. Sie überlegte nicht lange, wild entschlossen, alles Leid der Welt auf sich zu nehmen, und harrte stundenlang versteckt im Gebüsch aus, um den Herrscher des Bachtales gewahr zu werden. Ihr ahnt es sicherlich bereits: Natürlich gelang es der holden Maid, diesen wunderschönen, mysteriösen Vogel aufzunehmen, und als sie zur Herberge zurückkehrte, saßen all ihre Gefährten fröhlich im Saale, und es gab einen riesigen Festschmaus.
Foto: Melanie Möller
Und wenn sie nicht gestorben sind, laufen sie noch immer unbelehrbar mit ihren Fotografiergeräten durch die Wälder…“


(Melanie Möller)

Am zweiten Abend wurde die Reichertkreuzer Heide nach dem bereits auf 17:30 Uhr vorverlegten Abendessen erneut angefahren, diesmal mit der Absicht, den Sonnenuntergang festzuhalten. Beeindruckender waren dann allerdings der Aufgang des Mondes und die Hunde des Schäfers, von denen allerdings nur Wischerbilder gelingen wollten. Wir harrten dort lange aus, bevor auch die Letzten in die Herberge zurückkehrten.
Foto: Armin Preussler
Foto: Armin Preussler
Dort gab es weitere fotografische Highlights zu sehen: Siegfried Baesler hatte mit der Intervallauslösung den Schlupf einer Libelle in allen Phasen festgehalten und danach wegen der dem Wind geschuldeten Bewegung des Schilfhalmes die Deckungsgleichheit der vielen Aufnahmen am Computer herbeigeführt. Auch Michael Dieke und Sebastian Sczepanski warteten mit sehenswerten Naturfotos auf, so etwa blaugefärbten Moorfröschen, mit 10mm Brennweite in ihrem Lebensraum abgelichtet.

Als am nächsten Morgen um 05:00 Uhr der Wecker wieder klingelte, waren es nur noch zwei Unentwegte, die die Fahrt in die Reichertskreuzer Heide antraten, wo sie nicht mit dem besten Wetter begrüßt wurden. Nach einem erneut guten Frühstück räumten wir schließlich die Jugendherberge und machten uns auf den Weg nach Hause oder (nur noch einmal zum Abschied) in die Reichertkreuzer Heide. Beim nächsten Ausflug werden wir uns sicher trotz seiner Gefahren verstärkt dem Schlaubetal widmen …

(Armin Preussler)